Weibliche Figur "deble", "doogele" oder "poro piibele" · Côte d'Ivoire, Senufo · ID: 3053459
Beschreibung
Holz,
Das soziale, wirtschaftliche und spirituelle Leben der Senufo wird von einer übergreifenden Initiationsgesellschaft, dem “poro”, geregelt.
Traditionelle Masken und Figuren spielen in der “poro”-Gesellschaft eine wichtige Rolle. Figuren wie die vorliegende werden “poro piibele”, “Kinder des poro” genannt. Sie treten stets paarweise auf und sollen die ideale Senufo-Frau respektive den idealen Senufo-Mann repräsentieren und wurden oft als Darstellung des mythischen Urahnenpaares bezeichnet.
Bei Begräbnisfeierlichkeiten werden die Figuren im Gleichklang mit den Trommeln und Hörnern auf den Boden gestampft. Dies soll die bösen Geister vertreiben und so einen reibungslosen und sicheren Übergang für den Geist des Verstorbenen in das Land der Ahnen schaffen. Daraus entwickelte sich in der westlichen Literatur der Begriff “Rhythmusstampfer”.
Wenn nicht in Gebrauch, standen die Figuren nahe der “kpaala” oder sie wurden im heiligen Hain (“sinzanga”) außerhalb des Dorfes aufbewahrt.
Vergleichsliteratur
Gottschalk, Burkhard, Senufo - Unbekannte Schätze aus privaten Sammlungen, Düsseldorf 2009, p. 194

