106. Auktion
Zemanek-Münster

Tanzstab "oshe shango" ·  Nigeria, Yoruba, Igbomina, Bezirk Oro, Dorf Ijomi · ID: 3053119

Aufruf
20.000 €
Schätzpreis
40.000 €
Provenienz
Rolf & Christina Miehler, Munich, Germany (1997)
Christie’s, Amsterdam, 12 December 2000, lot 470
Größe
H: 53 cm
H: 20.9 inch

Beschreibung

Holz, Miniaturperlen, Sockel

Vermutlich aus der Werkstatt der Ogbedi-Familie stammend. Ogunremi (1933 gestorben) oder Onadokun (ca. 1930 verstorben) kommen als Schnitzer in Frage. Für weitere Arbeiten aus dieser Werkstatt siehe AHDRC 0104866 und 0104867.

Die weibliche Figur gilt in der Yoruba-Ikonografie als Trägerin von Respekt und spiritueller Würde. Sie bildet häufig das zentrale anthropomorphe Motiv des “oshe” und verkörpert Ruhe und Ausgleich, die der zerstörerischen Kraft des Donnergottes “shango” entgegenwirken. In einigen Deutungen wird sie mit “oya”, der Göttin des Windes, in Verbindung gebracht, die dem stürmischen “shango” vorausgeht und sein Erscheinen vorbereitet.

Die charakteristische Doppelaxt verweist auf zwei verbundene Gesichter und kann mit rituellen Narben korrespondieren, wie sie auch bei den Auftraggebern solcher Werke anzutreffen sind. Ob dieses Motiv auf die neolithische Steinaxt (“edun ara”) zurückgeht, bleibt offen. Sie gilt als materielle Manifestation von “shangos” Blitz, der beim Auftreffen auf die Erde seine “ase”, die konzentrierte spirituelle Kraft, freisetzt.


Vergleichsliteratur

Beaulieux, Dick, Belgium collects African Art, Brussels 2000, p. 54


Publikationen

Eisenhofer, Stefan (Hg.), Kulte, Künstler, Könige in Afrika, Linz 1997, p. 206, ill. III/2.1

AHDRC: 0104864


Ausstellung

Schlossmuseum Linz, Austria, Kulte, Künstler, Könige in Afrika, Tradition und Moderne in Süd-Nigeria, 3 October 1997 - 5 April 1998


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