Seltene und außergewöhnliche Maske · Côte d'Ivoire, Dan · ID: 3053604
Beschreibung
Holz, Pflanzenfasern, Stoff, Sockel
Eine ähnliche Maske befand sich in der Sammlung von Helena Rubinstein, siehe AHDRC 0065506.
Masken nahmen innerhalb der Dan-Gesellschaft eine zentrale Stellung ein und prägten das religiöse und gesellschaftliche Leben. Als Mittler zwischen den Lebenden und der Ahnenwelt sollten sie die Gunst der Ahnen sichern und deren Schutz für die Gemeinschaft erwirken. Der ästhetischen Vollkommenheit einer Maske wurde dabei besondere Bedeutung beigemessen, da ihre Schönheit als Ausdruck ihrer spirituellen Wirksamkeit galt. Diese Vorstellung förderte die außergewöhnlich hohe künstlerische Qualität der Dan-Schnitzkunst.
Feldforschungen belegen, dass renommierte Bildhauer die Arbeiten ihrer Kollegen aufmerksam studierten und Auftraggeber weite Wege zurücklegten, um bedeutende Meister zu beauftragen. Der daraus entstandene Wettbewerb führte zu einer bemerkenswerten Vielfalt innovativer Formen und zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Dan-Masken.
Je nach Kontext erfüllten Masken unterschiedliche Aufgaben – von Maskentänzen und Initiationsriten bis hin zu kultischen Opferhandlungen oder der Rechtsprechung. Rang und Funktion einer Maske konnten sich im Laufe ihrer Nutzung verändern, weshalb sich ihre ursprüngliche Bestimmung nur anhand gesicherter Überlieferungen und nicht allein aus ihrer Form erschließen lässt.
Vergleichsliteratur
Joubert, Hélène (ed.), Helena Rubinstein - Madame's Collection, Musée du Quai Branly, 2019, p. 87, ill 64

