Seltene anthropo-zoomorphe Maske · Gabun, Kwele · ID: 3052833
Beschreibung
Holz, Pigmente, Sockel
Von den Kwele bekannt sind ihre seltenen Antilopenmasken mit aufwärts ragenden Hörnern. Als Beispiel sei eine vielfach publizierte Maske aus der Sammlung Barbier-Mueller, Genf, genannt, die 1930 gesammelt wurde (AHDRC 0048541). Ebenso belegt ist die Verwendung von anthropomorphen Gesichtsmasken, die von aufragenden Hörnern bekrönt sind (AHDRC 0048554), oder von rund ausgreifenden Hörnern eingefasst, bzw. vollständig umschlossen werden (LaGamma, 2007).
Vorliegende Arbeit ist eine besonders kunstvoll gearbeitete Variante einer Antilopenmaske. Was sie so einzigartig macht, ist, dass sie die Darstellung einer Antilope und eines menschlichen Gesichts in sich vereint. Ein weiteres Exemplar dieser Kompositform konnte nicht gefunden werden. Im Vergleich mit anderen Kwele-Antilopenmasken ist bei vorliegendem Exemplar die Antilopendarstellung noch stärker stilisiert. Die oftmals abgesetzte Schnauzenspitze ist durch einen zähnebesetzten Mund ergänzt und oberhalb ist eine menschliche Nase eingearbeitet.
Die seltenen Masken der Kwele stehen in Verbindung mit der “bwete”-Gesellschaft, die für die Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung verantwortlich ist. Die Masken werden zudem bei Initiationsriten und am Ende von Trauerzeiten verwendet. Als Verkörperungen wohlwollender Waldgeister “ekuk” weisen sie zoomorphe oder anthropomorphe Merkmale oder eine Kombination aus beiden auf. Die Gesichter sind in der Regel mit weißer Kaolinerde bemalt, einem Pigment, das von den Kwele mit Licht und Klarheit assoziiert wird - zwei wesentliche Faktoren im Kampf gegen das Böse (nach Hahner-Herzog, 1997).
Vergleichsliteratur
LaGamma, Alisa (ed.), Eternal Ancestors, New York 2007, p. 289 ff. Hahner-Herzog, Iris, Das Zweite Gesicht, Genf, München, New York 1997, cat. 69

