Große Vogelskulptur "porpianong" · Côte d'Ivoire, Senufo · ID: 3052825
German Private Collection
Beschreibung
Holz, Patina, Altreparatur mit Metallklammern (linker Flügel), stellenweise Materialverluste an der Oberfläche, Sockel
Laut Garrard standen diese großformatigen Vogelskulpturen im Besitz geheimer Poro-Männergesellschaften. Sie wurden im heiligen Hain des Poro verwahrt und im Rahmen von Initiationsriten eingesetzt, insbesondere bei der Aufnahme in die letzte Phase der Ausbildung.
Unter der Bezeichnung „poropia nong“ („Mutter des poro-Kindes“) gilt die Figur als zentrales Emblem der Poro-Führung: Sie verweist auf die Autorität der Ältesten und übernimmt zugleich eine schützende Funktion gegenüber den jungen Initianten („Kinder des poro“). Ältere Senufo bezeichnen die Vogelform allgemein als „sejen“ oder „fijen“ („Vogel“), ohne zwingend eine konkrete Art zu meinen; der markant geschnitzte Schnabel erinnert jedoch an den Hornvogel, der bei den Senufo mit geistiger Kraft und dem Wissenstransfer an die Eingeweihten verbunden wird.
Mitunter erscheint zudem der Name „kasingele“ („der erste Ahne“), der entweder auf den mythischen Urvater der Senufo oder auf den Begründer des heiligen Haines verweisen kann.
Vergleichsliteratur
Phillips, Tom (Hg.), Afrika, Die Kunst eines Kontinents, Berlin 1996, p. 457 Gagliardi, Susan, Senufo unbound, New York 2015, p. 80, ill. 43
Publikationen
Ausstellungskatalog: Kunst der Neger. Werke aus St. Galler Museums- und Privatbesitz. 02.10 - 14.11.1971. Waaghaus St. Gallen, p. 17, Abb.14
Ausstellung
Waaghaus St. Gallen: Kunst der Neger. Werke aus St. Galler Museums- und Privatbesitz. 02.10 - 14.11.1971

