Gesicht / Bildnis, Mittlere Klassische Periode, ca. 200 - 550 n.Chr. · Mexiko, Teotihuacan · ID: 3053036
Beschreibung
transluzenter, leicht grünlich schimmernder Naturstein, mit Einschlüssen; rötliche Spuren in den Vertiefungen, Sockel
Früher wurden die steinernen Gesichter aus dem Umfeld Teotihuacans oft als Begräbnismasken bezeichnet, doch ein archäologisch gesicherter Bestattungskontext lässt sich bislang nicht nachweisen. Vielmehr stammen die meisten Funde aus Tempeln, Patios und Innenräumen mit rituellem Bezug.
Die randständigen Bohrungen sprechen weniger für tragbare Masken als für befestigte Bildträger, die an Konstruktionen oder Bündeln angebracht und in Handlungen sichtbar gemacht wurden. Ihre Funktion dürfte damit in einer Inszenierung gelegen haben - als zentrales Bildnis innerhalb eines größeren rituellen Arrangements, das durch Anbindung und Aufstellung erst Wirksamkeit entfaltet.
Analog zu den „Theater“-Räuchergefäßen lässt sich zudem denken, dass zusätzliche Ornamente angesetzt wurden, sodass Bedeutung nicht nur im Objekt selbst, sondern im Ausstattungs- und Präsentationsmodus entstand.
Vergleichsliteratur
Rose, Timothy R. & Jane MacLauren Walsh, The stone faces of Teotihuacan: Insights into their use, manufacture and sources, in: Journal of Archaeological Science: Reports (22) December 2018, p. 299-312
Hinweise
Dieses Objekt unterliegt dem Kulturgutschutzgesetz. Für den Export sind gebührenpflichtige Ausfuhrdokumente nötig.

