Figur "malagan" mit ausgebreiteten Armen · Papua-Neuguinea - Bismarck Archipel - Neu Irland, Tabar Inseln · ID: 3053602
Beschreibung
Holz, dreitlg. (Arme separat gearbeitet), Pigmente, Kalk, Muscheleinlage, rest., Sockel
Bei der vorliegenden Figur dürfte es sich um einen “malagan” vom Typus “turu” handeln, wie er zu Beginn des Gedenkzyklus einer “malagan”-Zeremonie öffentlich ausgestellt wurde. Dabei kamen drei Arten von “malagan”-Schnitzwerken gemeinsam zum Einsatz: Der “turu” wurde vor der Wand einer Schauhütte auf dem Boden platziert, oftmals stehend in einer hölzernen Muschel. Über ihm wurde ein Panel vom Typus “malagan rarau” angebracht, bemalt mit zwei gegengleich angeordneten Fischen. Daneben stand eine große sitzende Figur aus Grasfaser mit “ges”-Maske (vgl. Feldfoto bei Gunn 1997, S. 134, Fig. 125).
Die Schnitzereien wurden im Rahmen sekundärer Begräbnisriten für ein oder mehrere verstorbene Mitglieder der Gemeinschaft gezeigt. Zweck dieser Rituale war es, Frieden mit den Verstorbenen zu schließen und ihnen den Übergang in die Geisterwelt zu ermöglichen.
Vergleichsliteratur
Christie's, Barbier-Mueller, Art as Legacy, 6 March 2024, lot 8 Gunn, Michael, Ritual Arts of Oceania - New Ireland, Geneva, Milan 1997, p. 134, fig. 125 Krämer, Augustin, Die Málanggane von Tombára, München 1925, p. 57, ill. right

