Figürlicher Pfosten: Mensch und Mensch-Vogel-Mischwesen · Papua-Neuguinea, Sawos · ID: 3053513
Beschreibung
Holz, Pigmente, Pflanzenfasern, Sockel
Diese geschnitzten Figuren wurden auf heiligen Bambusflöten befestigt und dienten nicht als bloße Verzierung, sondern galten als machtvolle spirituelle Wesen, durch die Ahnen und Geister kommunizierten. Sie zählten zu den wichtigsten sakralen Objekten der Biwat und spielten eine zentrale Rolle in Initiationsriten sowie im religiösen und sozialen Leben der Gemeinschaft.
Als heiliges Eigentum eines Klans wurden solche Figuren verehrt, rituell geehrt und mit Speiseopfern bedacht. Ihre symbolische Bedeutung war außerordentlich hoch und spiegelte den Status, die spirituelle Kraft und das kulturelle Prestige ihrer Besitzer wider. Nach lokaler Überlieferung konnte die dargestellte Figur mit einem mythischen Wesen in Verbindung gebracht werden, das nach der Beleidigung eines mächtigen Geistes in einen fischfressenden Vogel verwandelt wurde. Werke dieses Typs zählen zu den ikonischsten Schöpfungen der Sepik-Kunst und verkörpern eindrucksvoll die enge Verbindung von Ahnenkult, Mythologie und zeremonieller Tradition.
Vergleichsliteratur
Friede, John & Marcia, New Guinea Art, Masterpieces from the Jolika Collection, Vol. 1, San Francisco 2005, ill. 236

